Sie sind wie gezackte Münzen über die Tiefseeebene verstreut. Massive, metallverkrustete Meagalodon-Zähne liegen auf dem Tiefseeboden in der Nähe der Cookinseln. Das sind nicht nur Fossilien. Sie sind wissenschaftliche Goldminen.
Die National Oceanic and Atmospheric Administration hat Wochen damit verbracht, in den Südpazifik einzutauchen. Ihre ferngesteuerten Fahrzeuge haben stundenlanges Filmmaterial aufgenommen. Sie haben Proben aus dem Abgrund geborgen. Aber was sie auf dem Meeresboden fanden, erzählt eine tiefere Geschichte als nur die Geologie.
Polymetallische Knötchen und prähistorische Zähne
Das Hauptziel dieser Expedition war das Ressourcenmanagement. NOAA untersucht die Gewässer, um den Cookinseln bei der Planung des Umgangs mit polymetallischen Knollen zu helfen. Diese Klumpen auf dem Meeresboden sind reich an seltenen Erden. Sie sind wertvoll für die moderne Technologie.
Doch die Knötchen enthalten mehr als nur Mineralien. Sie enthalten Geschichte.
Viele dieser Knötchen sind mit Megalodonzähnen verwachsen. Die Haie sind vor drei Millionen Jahren ausgestorben. Ihre Zähne sanken. Sie versteinerten. Und dann fingen sie an, Dinge aus dem Wasser aufzunehmen.
„Die Analyse der Konzentration von REEs [seltene Erdelemente] wie Neodym, die in den Füßen eingeschlossen sind, kann als Werkzeug zur Verfolgung früherer Zirkulationsmuster der Ozeane dienen.“
Haie hinterlassen nicht viel. Knorpelknochen verrotten. Weichgewebe verschwindet. Zähne bleiben erhalten. Sie überleben. Tatsächlich kommen Megalodon-Zähne vor der Küste Marylands so häufig vor, dass sie der offizielle Staatshai sind. Hier? Sie sind mit Metall ummantelt.
Wie Seltenerdelemente die Geschichte der Ozeane enthüllen
Warum ist das wichtig? Es geht nicht nur darum, coole Steine zu sammeln.
Es geht darum, das Klima zu verstehen.
Die Zähne wirken wie Schwämme. Während sie auf dem Meeresboden saßen, extrahierten sie Seltenerdelemente aus dem umgebenden Wasser und Sediment. Neodym. Eisen. Mangan. Diese Substanzen lagern sich über Jahrtausende auf den Zähnen ab.
Durch die Analyse dieser Konzentrationen können Wissenschaftler die frühere Ozeanzirkulation rekonstruieren. Wie bewegte sich das Wasser? Wie haben sich die Temperaturen verändert? Die Zähne speichern die Daten. Es ist im Zahnschmelz und in der Metallkruste eingeschlossen.
Die Umfrage geht weiter
Die Expedition ist noch nicht vorbei. NOAA hat für den 4. August einen Tauchgang geplant.
Das ROV wird 3,5 Meilen absteigen. Es wird etwa drei Stunden dauern, bis der Boden erreicht ist. Dort wird es vier Stunden lang die Tiefseeebene nahe der Grenze zu Amerikanisch-Samoa untersuchen. Wetter- und technische Probleme könnten den Zeitplan ändern. In dieser Tiefe ist das immer möglich.
Aber die Zähne werden warten. Sie sind bereits da. Versteinert. Metallverkleidet. Warten darauf, dass die nächste Maschine sie überrollt.
Wir denken, wir sind jetzt die Meister der Tiefe. Wir schicken Maschinen runter. Wir ziehen Metalle hoch. Wir planen unsere Wirtschaft. Währenddessen sitzen die Geister der uralten Spitzenprädatoren ruhig auf dem Meeresgrund und zeichnen unsere Geschichte mit ihren Zähnen auf.
Was vermissen wir da unten noch?




















