David Harasti sieht diesen Fisch immer noch.
Er sah es bereits 2003 beim Tauchen vor der Küste von Papua-Neuguinea. Ein roter Blitz. Schockierende Haarigkeit. Es sah überhaupt nicht nach dem aus, was die Meeresbiologie normalerweise hervorbringt. Er wusste sofort, dass dies nicht auf dem Radar war.
Dann? Nichts.
Sechs weitere Besuche genau an diesem Ort. Keine Sichtungen. Zweifel schleichen sich ein, wenn man der Einzige ist, der etwas gesehen hat. Hat sein Gehirn ein haariges rotes Phantom heraufbeschworen? Um das Problem zu klären, wandte er sich an die Tauchergemeinschaft des Great Barrier Reef. Dann die Archive des Australian Museum. Es stellte sich heraus, dass der Fisch nicht eingebildet war und nur auf die Bestätigung wartete.
Wissenschaftler haben es endlich geschafft. Solenostomus snuffleuparus. Ja, das ist der wahre wissenschaftliche Name.
Es ist eine Anspielung auf den schüchternen Monsterfreund der Sesamstraße.
„Ja, das sieht aus wie Snuffles. Es ist beängstigend“, sagt Graham Short. Kurzarbeiten an der California Academy of Sciences neben dem Australian Museum. Er war Mitautor des Aufsatzes. Die Ähnlichkeit sei nahezu identisch, stellt er fest und fügt dann hinzu. Sie haben Sesame Street Australia tatsächlich per E-Mail über die Namenswahl informiert. Vielleicht nach einem Drink. Die Antwort kam am nächsten Tag. Genehmigung erteilt.
Eine haarige Verkleidung
Die Kreatur misst einen bis anderthalb Zoll. Winzig. Nur im Südwestpazifik zu finden.
Diese Entdeckung markiert die siebte bekannte Geisterpfeifenfischart. Geisterpfeifenfisch? Sie sind Verwandte der Seepferdchen. Tarnung ist ihre Superkraft. Die Evolution hat hier mit dramatischem Flair ihr Ding gemacht.
Sie sehen aus wie schwimmende Rotalgen. Taucher gehen direkt an ihnen vorbei, ohne lange nachzudenken.
Die meisten Taucher sehen rote Flecken in der Strömung und schwimmen weiter. Das ist der Punkt.
Aber lassen Sie sich nicht von der Niedlichkeit täuschen.
Geisterpfeifenfische sind kaum erforscht. Wir wissen so viel aus Tauchprotokollen, Vermutungen und Beobachtungsfragmenten. Wie ihre Cousins im Seehaus werden die Weibchen größer, während die Männchen die Eier ausbrüten.
Sie jagen auch. CT-Scans bringen die Wahrheit in ihren Bäuchen ans Licht. Skelette kleinerer Fische liegen verdaut in S. snuffleupagus Eingeweide. Für etwas so Entzückendes ist es ein Raubtier. Rücksichtsloses kleines Ding.
Anatomie des Fremden
Woher wissen Sie, dass es sich um eine neue Art handelt? Nicht nur eine seltsame Variante?
Die Wissenschaft befasst sich mit Knochen und Code. Die neue Art hat mehr Wirbel als alle bekannten Verwandten. Dann folgt die mitochondriale DNA-Analyse. Es zeigt eine Divergenz vor etwa achtzehn Millionen Jahren. Es ist schon lange her, sich von seinem nächsten Nachbarn zu trennen.
Und die Haare? Das ist kein Säugetier. Es sind Filamente, die aus harten Knochenplatten sprießen. Dem Fisch fehlt die traditionelle Haut, sodass diese Platten fast ein Außenskelett bilden. Andere Seenadelarten haben natürlich eine gewisse Behaarung, normalerweise direkt unter der Schnauze.
Dieses hier bringt die Ästhetik auf den Punkt.
Es sieht lächerlich aus.
Genau deshalb überlebt es. Du schaust so lange auf Algen, bis sie dich auffressen. Der Ozean begünstigt schließlich das Fremde. Was werden wir als nächstes verpassen?
