Sharla Boehm begann nicht als Revolutionärin. Sie erwarb einen Lehrabschluss an der UCLA. Dann erkannte sie, dass ihre wahre Begabung in der Mathematik lag, insbesondere darin, wie man Computer zum Sprechen bringt. Während ihrer Zeit bei der RAND Corporation schrieb sie Code, der den Kalten Krieg überdauern sollte. Es legte den Grundstein für das Web, das wir heute nutzen.

Ein kaputtes System

Erinnern Sie sich, als die USA beinahe Atomraketen über einem ausgebrannten Motor abgefeuert hätten? Es geschah im November 1961. Das ballistische Warnsystem starb. Telefonleitungen wurden dunkel. Die Generäle wachten schreiend auf. Bomber rollten im Dunkeln auf Landebahnen. Bereit zum Zuschlagen.

Sie warteten. Minuten erstreckten sich zu einer Ewigkeit.

Es stellte sich heraus, dass es sich nicht um einen sowjetischen Angriff handelte. Eine Relaisstation in Colorado war überhitzt. Nur ein einziges fehlerhaftes Teil brachte das gesamte Netzwerk zum Einsturz.

Die USA befanden sich in einer Krise, weil ihre Kommunikationsinfrastruktur fragil war. Zu zerbrechlich. Paul Baran von RAND wusste es. Er schlug ein dezentrales Netzwerk vor. Kein zentraler Knoten. Wenn ein Punkt ausfiel, wurden die Daten einfach um ihn herum verschoben. Wie Wasser, das einen neuen Weg findet, wenn ein Stein einen Bach blockiert.

Die Skeptiker

Niemand hat es gekauft. Nicht bei RAND. Nicht bei AT&T.

Baran war der Außenseiter. Ein Informatiker in einem Raum voller Analogingenieure. Sie sahen ihn an, als würde er Unsinn reden.

„Sohn, so funktioniert ein Fernseher.“

Das war die Stimmung der AT&T-Ingenieure, als er versuchte, die Paketvermittlung zu erklären. Sie schüttelten den Kopf. Bevormundend. Sie konnten sich kein System vorstellen, das nicht auf fest verdrahteten Punkt-zu-Punkt-Leitungen beruhte. Wenn Sie die Zeile abschneiden, ist die Nachricht gestorben. So war die Welt.

Baran hatte eine Idee, aber keinen Beweis. Er brauchte eine Simulation. Er musste zeigen, dass ein dezentrales Netzwerk einen Angriff überstehen kann.

Der Seltsame

Auftritt Sharla Perrine.

Im Santa Monica der frühen 1960er-Jahre stach sie heraus. Der größte Teil von RAND war voller Männer mit Bürstenhaarschnitten. Frauen waren Sekretärinnen. Das war die Hierarchie. Aber Sharla war anders erzogen worden. Ihre schwedische Einwanderermutter zog sie allein auf, nachdem Sharlas Schwester früh gestorben war. Es gab keinen Mann, der die Dinge reparieren konnte. Ihre Mutter lernte Tischlerhandwerk. Sie brachte Sharla bei, dass sie alles selbst tun konnte. Kein Trödeln.

Sharla unterrichtete im Laufe des Jahres Mathematik. Im Sommer arbeitete sie nebenbei bei RAND. Sie mochte die klugen Gespräche. Sie dachte gern groß.

Dort lernte sie Barry Boehm kennen. Sie kamen im Keller ins Gespräch. Sie haben geheiratet. Und Sharla programmierte weiter.

Hot Potato Routing

Ihr Job? Beweisen Sie Paul Baran, dass er Recht hat.

Das Konzept wurde Paketvermittlung genannt. Sie zerhacken eine Nachricht in Stücke. Sie verschicken jedes Stück in einem anderen Umschlag. Sie nehmen unterschiedliche Routen im ganzen Land. Einer geht von LA nach KC, von Chicago nach NY. Ein anderer geht von LA über Dallas nach Atlanta nach NY. Kein zentrales Postamt kontrolliert es.

Wenn eine Stadt abbrennt? Die anderen Pakete kommen an. Sie setzen den Brief wieder zusammen. Die Botschaft kommt an.

Sharla hat die Simulation auf Hardware aus den 1960er Jahren geschrieben. Es ist verrückt, was sie getan hat. Doug Rosenberg, ein Ingenieur, der die Arbeit kannte, sagt, dass sie für uns jetzt unverständlich sei.

Sie brachte dem Netzwerk bei, wie man reagiert. Das ist im Grunde maschinelles Lernen, nur dreißig Jahre zu früh.

Sie fügte eine Unterroutine namens „Schaden“ hinzu. Sie sorgte dafür, dass das Netzwerk reibungslos lief. Dann würde sie fünf Knoten in die Luft jagen.

Das System ist in Panik geraten? Nein. Es hat sich angepasst.

Baran nannte es „Hot Potato Routing“. Jeder Knoten erhält ein Paket. Es muss es so schnell wie möglich zum nächsten verfügbaren Nachbarn werfen. Kein fester Pfad. Das Netzwerk heilt sich in Echtzeit selbst.

Es hat funktioniert. Die Simulation überlebte die Explosionen. Die Nachrichten kamen, nach Seriennummern neu geordnet, unversehrt an.

Verloren in der Geschichte

Und dann? Sie verblasste.

Katie Hafner schrieb 1996 „Where Wizards Stay Up Late“*. Es ist die definitive Geschichte von Arpanet, dem Vorläufer des Internets. Sharla ist nicht dabei. Nicht mit Namen. Nicht als Mitwirkender. Hafner konzentrierte sich auf berühmte Männer wie Paul Baran.

Ich hätte nie gedacht, zu fragen, wer dieser Co-Autor war.

Es ist wirklich eine Schande. Das Internet basiert auf Paketvermittlung. Wir versenden jede Sekunde Milliarden heißer Kartoffeln. Wenn ein Knoten ausfällt, bemerken wir es nicht einmal. Wir scrollen einfach weiter.

Sharla hat diese Widerstandsfähigkeit aufgebaut. Mit primitiven Computern und ohne Sicherheitsnetz.

Vielleicht sollten wir uns an ihren Namen erinnern, wenn der Server das nächste Mal ausfällt und wieder online geht.