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Jenseits der Schlacht: Wie nackte Maulwurfsratten friedliche Machtwechsel erreichen

Seit Jahrzehnten wird die soziale Struktur des Nacktmulls (Heterocephalus glaber ) durch ein einziges, brutales Konzept bestimmt: Königinnenkriege. In diesen unterirdischen Kolonien, in denen ein einzelnes Weibchen als alleinige Brutherrin die Oberhand behält, wird das Ende der Herrschaft einer Königin traditionell als gewaltsamer Kampf um die Vorherrschaft angesehen.

Neue Forschungsergebnisse, die in Science Advances veröffentlicht wurden, stellen diese lange gehegte Annahme jedoch in Frage. Es stellt sich heraus, dass diese hochspezialisierten Nagetiere über eine „verborgene“ Fähigkeit zur Zusammenarbeit verfügen, die eine friedliche Nachfolge ermöglicht, wenn die Kolonie unter Umweltdruck steht.

Das eusoziale Paradoxon

Nacktmulle gehören zu den ganz wenigen Säugetieren, die Eusozialität aufweisen – eine soziale Struktur, die typischerweise Insekten wie Bienen und Ameisen vorbehalten ist. In diesen Gesellschaften herrscht eine strenge Hierarchie: Eine Königin pflanzt sich fort, während der Rest der Kolonie als kollektive Arbeitskraft fungiert, Tunnel unterhält, nach Nahrung sucht und den Nachwuchs der Königin großzieht.

Dieses starre System bietet mehrere biologische Vorteile:
Ressourceneffizienz: Die Energie wird gebündelt, um jeweils einen Wurf zu unterstützen.
Konfliktreduzierung: Ein einzigartiger Fokus auf Fortpflanzung minimiert Kindsmord innerhalb der Gruppe.
Extreme Anpassungen: Diese Nagetiere sind bekanntermaßen widerstandsfähig, verfügen über eine lange Lebensdauer (bis zu 30 Jahre), sind resistent gegen Krebs und haben ungewöhnlich keine entzündlichen Schmerzen.

Während diese Stabilität in freier Wildbahn gut funktioniert, entsteht ein biologischer Engpass. Wenn die Königin unfruchtbar wird oder stirbt, ist das Überleben der Kolonie gefährdet, was traditionell eine gewaltsame Übernahme durch untergeordnete Weibchen erforderlich macht.

Stress als Katalysator für Kooperation

Um zu verstehen, wie diese Kolonien mit Störungen umgehen, führten Forscher unter der Leitung von Janelle Ayres vom Salk Institute eine sechsjährige Studie durch. Anstatt sich ausschließlich auf den Konflikt zu konzentrieren, untersuchte das Team Resilienz – die Fähigkeit eines biologischen Systems, sich von Stress zu erholen.

Die Forscher führten zwei spezifische Umweltstressoren in eine Laborkolonie ein:
1. Erhöhte Bevölkerungsdichte: Überfüllung der Kolonie.
2. Umzug: Umzug der Kolonie in eine neue Einrichtung.

Die Ergebnisse waren unerwartet. Als die Umsiedlung die Fähigkeit der Königin, Würfe zu produzieren, beeinträchtigte, geriet die Kolonie nicht in einen „blutigen Nachfolgekampf“. Stattdessen begann eine untergeordnete Frau einen schrittweisen Übergang zur Führung.

„Unsere Studie enthüllt eine ‚verborgene‘ Seite der Fortpflanzungsorganisation in Kolonien von Nacktmullen“, bemerkte die Biologin Alexandria Schraibman.

Bemerkenswerterweise kooperierten die scheidende Königin und die aufsteigende Untergebene tatsächlich. Sie hielten sogar überlappende Schwangerschaften aufrecht, um das Überleben der Kolonie in der Zeit der Instabilität zu sichern. Schließlich übernahm ein zweiter Untergebener die Macht und die ehemalige Königin wechselte friedlich in eine nicht reproduktive Rolle.

Warum das wichtig ist

Diese Entdeckung verändert unser Verständnis darüber, wie soziale Tiere mit Krisen umgehen. Dies deutet darauf hin, dass Nacktmulle nicht nur Sklaven einer starren, aggressiven Hierarchie sind, sondern über einen flexiblen sozialen Mechanismus verfügen, der das Überleben der Gruppe über die Dominanz des Einzelnen stellt.

Durch die Untersuchung, wie diese Nagetiere Kooperation und Konkurrenz ausbalancieren, hoffen Wissenschaftler, umfassendere Einblicke in die biologische Widerstandsfähigkeit zu gewinnen. Das Verständnis, wie sich Systeme – ob sozial oder zellulär – von Stress erholen, kann wichtige Hinweise auf die Grundprinzipien von Gesundheit und Krankheit in allen lebenden Organismen liefern.


Schlussfolgerung: Die Entdeckung der friedlichen Sukzession beweist, dass Nacktmulle vom aggressiven Wettbewerb zum kooperativen Überleben wechseln können, wenn Umweltstress die Stabilität der Kolonie gefährdet.

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