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Die Wissenschaft und Fiktion hinter „Project Hail Mary“

Ryan Gosling spielt die Hauptrolle im neuen Science-Fiction-Film Project Hail Mary, in dem ein Lehrer für Naturwissenschaften im Weltraum aufwacht, ohne sich daran zu erinnern, wie er dorthin gelangt ist. Der auf Andy Weirs Roman basierende Film verbindet echte Wissenschaft mit fantasievollem Weltaufbau. Um die Entstehung des Films zu besprechen, sprach Bri Kane von Scientific American mit Weir, der dieses Mal auch als Produzent fungierte, anders als bei seiner vorherigen Zusammenarbeit mit Matt Damon bei The Martian. Weir erklärt seinen einzigartigen Ansatz: Ihm wurde kein Geld gegeben, um zu gehen, aber er blieb bei jedem Schritt des Weges dabei.

Aufbau einer glaubwürdigen fremden Welt

Weirs Prozess beginnt damit, das Fantastische in der Realität zu verankern. Für Project Hail Mary startete er mit dem Exoplaneten 40 Eridani Ab, achtmal so groß wie die Masse der Erde, der seinen Stern in nur 46 Tagen umkreiste. Um eine bewohnbare Umgebung zu schaffen, berücksichtigte Weir die Physik extremer Bedingungen: hoher atmosphärischer Druck, um flüssiges Wasser zurückzuhalten, und ein starkes Magnetfeld, um atmosphärische Erosion zu verhindern.

Dies führte zu einer Welt, in der die dichte, ammoniakreiche Atmosphäre das Sonnenlicht blockiert und das Sehen überflüssig macht. Das Leben entwickelte sich in Schichten, wobei Organismen oben Licht absorbierten und andere sich unten ernährten, ähnlich wie Tiefseeökosysteme auf der Erde. Die Oberflächengravitation würde 2,1 g betragen, was bedeutet, dass die außerirdischen Lebensformen außergewöhnlich stark wären. Weir stellte sich Eridianer als mobile, bienenstockartige Strukturen vor, größtenteils anorganisch mit einem kleinen Kern aus biologischer Materie.

Die Bedeutung von Empathie

Der Film betont Empathie und Zusammenarbeit, zentrale Themen für Weirs Charakterentwicklung. Er argumentiert, dass Intelligenz, Rudelinstinkte und Sprache Voraussetzungen für interstellare Zusammenarbeit sind. Diese Elemente führen unweigerlich zu Empathie, wie man es bei sozialen Tieren wie Wölfen sieht, bei denen gegenseitige Fürsorge das Überleben sichert. Für den Außerirdischen Rocky entwarf Weir eine Spezies, die in der Lage ist, kollektives Überleben und Mitgefühl zu verstehen.

Das Unmögliche visualisieren

Weir gibt zu, dass seine Vorstellungskraft visuell nicht stark ausgeprägt ist und beschreibt seine mentalen Bilder als „Kleckse“. Er verlässt sich eher auf Feature-Listen als auf detaillierte Visionen. Dies ermöglicht eine nahtlose Anpassung seiner Arbeit an den Film: Die Leinwandversion wird in seinem Kopf zum Kanon und füllt die Lücken in seiner eigenen Visualisierung. Wenn er an Ryland Grace denkt, stellt er sich jetzt automatisch Ryan Gosling vor.

Balance zwischen Wissenschaft und Fiktion

Die Wissenschaft in Project Hail Mary basiert größtenteils auf etablierter Physik, obwohl Weir Biegeregeln auf Quantenebene anerkennt. Er nennt die fiktive Manipulation von Neutrinos als Beispiel dafür, dass Spekulationen das aktuelle Verständnis außer Kraft setzen.

Weirs Charaktere basieren oft auf seiner eigenen Persönlichkeit, wie Mark Watney in The Martian. Allerdings ist Ryland Grace die erste Figur, die er ohne direkte Selbstdarstellung geschaffen hat, was ihn konfliktscheu, naiv und leicht ängstlich macht.

Die Inspiration hinter der Geschichte

Weir lässt sich von Science-Fiction-Klassikern wie „Enemy Mine“ inspirieren, in dem Gegner zur Zusammenarbeit gezwungen werden, um zu überleben. Er stellt auch kulturelle Unterschiede in der technologischen Entwicklung fest: Östliche Kulturen zeichneten sich durch feine Keramik aus, während westliche Fortschritte in der Optik auf die Glasherstellung zurückzuführen waren. Sein Ziel ist es nicht, eine Art als überlegen darzustellen, sondern einzigartige Stärken hervorzuheben, die durch Zusammenarbeit entstehen.

Würde Weir ins All fliegen?

Nein. Obwohl Weir über mutige Entdecker schreibt, gibt er zu, dass seine Angst ihn davon abhalten würde, sich freiwillig für eine Weltraummission zu melden. Um seinen Abenteuergeist auszuleben, verlässt er sich auf fiktive Charaktere und bleibt lieber in der Realität bodenständig.

Wenn er Rocky treffen könnte, würde er ihn nach dem Geheimnis hinter der Herstellung von Xenonit fragen, einem fiktiven Material, das im Mittelpunkt der Geschichte steht. Weir definiert es nicht explizit und lässt Raum für weitere Untersuchungen.

Letztendlich verbindet Project Hail Mary wissenschaftliche Genauigkeit mit fantasievollem Geschichtenerzählen und schafft so eine fesselnde Erzählung über Zusammenarbeit, Empathie und die Grenzen menschlichen (und außerirdischen) Einfallsreichtums.

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