Laut einer in The Lancet veröffentlichten Studie führten Präsident Trumps unbegründete Behauptungen, Paracetamol (Tylenol) mit Autismus in Verbindung zu bringen, zu einem messbaren Rückgang des Konsums bei schwangeren Frauen. Die Studie zeigt einen Rückgang der Paracetamol-Verschreibungen für schwangere Patientinnen in Notaufnahmen um 20 %, nachdem Trump bei einem Briefing im Weißen Haus fälschlicherweise einen Zusammenhang zwischen dem Medikament und dem Autismusrisiko behauptet hatte.
Die Auswirkungen von Fehlinformationen
Die Analyse von fast 90.000 schwangeren Patientinnen und über 850.000 nicht schwangeren Personen zeigt einen klaren Zusammenhang: Der Rückgang der Paracetamol-Verschreibungen trat nur bei schwangeren Frauen nach dem Briefing auf. Bei der breiteren Patientenpopulation wurde keine solche Veränderung beobachtet. Dies deutet darauf hin, dass Trumps Äußerungen einen direkten Einfluss auf medizinische Entscheidungen hatten, sei es durch die Ablehnung von Behandlungen durch Patienten oder durch die Änderung von Empfehlungen durch Ärzte.
Die Studie verzeichnete auch einen 71-prozentigen Anstieg der Leucovorin-Verschreibungen für Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren, ein Medikament, das von Trump und seiner Regierung fälschlicherweise als Mittel zur Behandlung von Autismus beworben wurde, obwohl glaubwürdige Beweise fehlten. Die umfassendsten Studien, darunter eine mit 2,5 Millionen Kindern in Schweden, fanden keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und den Autismus- oder ADHS-Raten.
Warum das wichtig ist
Der Vorfall verdeutlicht die gefährlichen Folgen der Verbreitung von Fehlinformationen, insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit. Acetaminophen bleibt das sicherste verfügbare Schmerz- und Fiebermittel für schwangere Frauen. Unbehandeltes Fieber während der Schwangerschaft stellt ein ernstes Risiko dar, einschließlich Fehlgeburten, Geburtsfehlern und Frühgeburten. Darüber hinaus wurde unbehandeltes Fieber tatsächlich mit einem erhöhten Autismusrisiko bei Nachkommen in Verbindung gebracht, was Trumps falschen Behauptungen direkt widerspricht.
Die Gefahr nicht verifizierter Behandlungen
Auch die Werbung der Regierung für Leucovorin als Mittel gegen Autismus ist irreführend. Die größte Studie, die die Wirksamkeit des Arzneimittels belegte, wurde aufgrund von Datenfehlern zurückgezogen, und die aktuellen Beweise sind noch nicht schlüssig. Unterdessen bergen alternative Schmerzmittel wie NSAIDs (Ibuprofen, Aspirin) ihre eigenen Risiken während der Schwangerschaft, und Opioide stellen sowohl für Mutter als auch Kind ein Suchtrisiko dar.
Die Daten bestätigen, dass Trumps Behauptungen einen realen Einfluss auf medizinische Entscheidungen hatten und zu unnötigen Risiken für schwangere Frauen führten. Der Vorfall ist eine deutliche Erinnerung daran, wie wichtig evidenzbasierte Gesundheitsentscheidungen gegenüber politisch motivierten Unwahrheiten sind.



















