Die neue Ring Search Party-Funktion wird wegen ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Privatsphäre und ihres Nutzens beim Auffinden verlorener Haustiere auf den Prüfstand gestellt. Das im September 2023 gestartete Programm ermöglicht es Ring-Kameras, mithilfe von KI-gesteuertem Bildabgleich automatisch nach vermissten Tieren (derzeit Hunde) zu suchen, was Fragen zur Überwachung auf Nachbarschaftsebene aufwirft. Hier finden Sie eine Aufschlüsselung seiner Funktionsweise und wie Sie es deaktivieren können, wenn Sie Bedenken haben.

So funktioniert die Suchgruppe

Ring Search Party nutzt kompatible Außenkameras und Video-Türklingeln, um bei der Suche nach verlorenen Haustieren zu helfen. Wenn ein Hund vermisst wird, übermittelt sein Besitzer ein Bild und Details an Ring, und das System aktiviert dann Kameras in der Nähe, um nach einem Treffer zu suchen. Das ist nicht ganz neu: Apples AirTags nutzen ein ähnliches Gerätenetzwerk, um verlorene Gegenstände zu orten. Allerdings kann die Ring-Funktion im Gegensatz zu AirTags, die nur den Standort verfolgen, Videos aufzeichnen, was die Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre erhöht.

Laut Ring hat die Funktion seit ihrer Einführung bereits dazu beigetragen, mehr als einen Hund pro Tag zu finden. Das Unternehmen behauptet, dass die Analyse des Filmmaterials für Kamerabesitzer freiwillig sei und die Kontrolle darüber behalte, ob identifizierte Übereinstimmungen weitergegeben würden.

Warum die Kontroverse?

Im Kern geht es nicht darum, verlorene Hunde zu finden, sondern um die Möglichkeit eines Missbrauchs. Kritiker argumentieren, dass Search Party einen Schritt in Richtung Massenüberwachung darstellt, insbesondere in Kombination mit der bestehenden „Familiar Faces“-Funktion von Ring, die Personen in Kameraaufnahmen identifiziert. Während Ring angibt, dass die Daten von Familiar Faces für einzelne Konten privat bleiben, besteht die allgemeinere Sorge darin, ob die Strafverfolgungsbehörden Ring dazu zwingen könnten, Aufnahmen von Suchtrupps weiterzugeben, oder ob böswillige Akteure das System ausnutzen könnten.

Diese Debatte verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen Bequemlichkeit und Privatsphäre. Je vernetzter unsere Geräte werden, desto mehr Daten werden gesammelt und weitergegeben und desto schwieriger wird es, zu kontrollieren, wer Zugriff darauf hat.

So deaktivieren Sie den Suchtrupp

Die Funktion ist standardmäßig auf allen Ring-Außenkameras aktiviert. Zum Abmelden:

  1. Öffnen Sie die Ring-App auf Ihrem Telefon.
  2. Tippen Sie auf die Menüschaltfläche in der oberen linken Ecke.
  3. Wählen Sie „Kontrollzentrum“.
  4. Wählen Sie „Suchgruppe“.
  5. Deaktivieren Sie die Einstellung „Nach verlorenen Haustieren suchen“.

Durch die Deaktivierung von Search Party wird verhindert, dass Ihre Videoclips auf verlorene Haustiere analysiert werden, und Sie erhalten keine entsprechenden Benachrichtigungen. Allerdings kann jeder über die Ring- oder Neighbors-App Hilfe bei der Suche nach einem verlorenen Hund anfordern, auch wenn Sie keine eigene Kamera haben.

Die umfassendere Frage bleibt: Da die Technologie die Grenzen zwischen öffentlicher Sicherheit und Privatsphäre verwischt, wie stellen wir eine verantwortungsvolle Entwicklung und Umsetzung sicher? Die Debatte über die Ring Search Party ist nur ein Beispiel für diese anhaltende Herausforderung.