Joseph McMullen, ein in San Diego ansässiger Bürgerrechtsanwalt, nutzt künstliche Intelligenz, um eine wachsende Zahl von Fällen zu bearbeiten, an denen Bundesstrafverfolgungsbehörden beteiligt sind. McMullen sah sich in drei Monaten mit drei Bundesprozessen konfrontiert – zwei Todesfälle in Gewahrsam und eine Inhaftierung amerikanischer Kinder an der Grenze – und wandte sich an KI-Plattformen, um die Überprüfung und Analyse von Dokumenten zu rationalisieren, sodass er sich auf die Kernaspekte der Interessenvertretung konzentrieren konnte, die menschliches Urteilsvermögen und emotionales Geschichtenerzählen erfordern.
Der Wandel zur KI-gestützten Anwaltschaft
McMullens Ansatz basiert auf einer Mischung aus analytischer Genauigkeit und erzählerischem Können, die er durch seine Ausbildung am Trial Lawyers College verfeinert hat. Während er nach einer frühen Begegnung mit der Tendenz von ChatGPT, nicht existierende Fälle zu „halluzinieren“, zunächst skeptisch war, nutzt er nun Tools wie Clearbrief und Briefpoint, um große Mengen an Beweisen zu verwalten. Sein Prozess umfasst die Einspeisung von Terabytes an Dokumenten, Standortdaten und Fotos in KI-Plattformen, um die Analysephase der Fallvorbereitung zu beschleunigen.
„Rechtsanwaltschaft hat auch mit Urteilsvermögen zu tun – dieser Teil kann noch nicht der KI überlassen werden. Also drittens: Erzählen Sie die Geschichte Ihres Falles auf überzeugende Weise. Das ist das menschliche Element.“
Das Ziel besteht nicht darin, menschliches juristisches Fachwissen zu ersetzen, sondern Zeit für strategische Entscheidungen und überzeugendes Storytelling zu gewinnen. KI hilft bei der mühsamen Sichtung von Beweisen und ermöglicht es Anwälten, sich auf den emotionalen Kern ihrer Fälle zu konzentrieren.
Fallergebnisse durch KI verbessert
McMullen führt einen Fall an, in dem es um die Geschwister Julia und Oscar ging, US-Bürger, die zu Unrecht an der Grenze festgehalten wurden, wo eine KI-gestützte kurze Vorbereitung zu einem positiven Urteil beitrug. Durch die Verwendung von Clearbrief zur Verknüpfung von Beweisen optimierte er die Präsentation eines überzeugenden Falles, der systemische Mängel aufzeigte.
Ein weiteres Beispiel ist ein kürzlich im Gefängnis stattfindender Todesprozess, bei dem KI eingesetzt wurde, um die besten Argumente der gegnerischen Anwälte zu generieren. Durch das Hochladen von Schriftsätzen in CoCounsel und die Anforderung einer Analyse, warum sie in jeder Angelegenheit verlieren würden, bereitete sich das Rechtsteam auf eine robustere Verteidigung vor, die letztendlich zu einer bestätigten Berufung führte.
Ein ausgewogener Ansatz zur KI-Integration
McMullen betont die Notwendigkeit einer Überprüfung und fordert Anwälte dazu auf, von der KI generierte Zitate immer zu bestätigen und vertrauliche Informationen zu schützen. Er bezeichnet KI als ein Werkzeug, das Logik und Gründlichkeit verbessert, aber nicht die emotionale Verbindung reproduzieren kann, die für eine wirksame Interessenvertretung unerlässlich ist.
„Verwenden Sie KI, um bei jeder logischen Aufgabe zu helfen. Sparen Sie sich die logische Analyse und Sammlung. Sie gewinnen Zeit, um die emotionale Geschichte zu verstehen, die nur ein Mensch verstehen kann.“
Seine Philosophie steht im Einklang mit Aristoteles‘ Rahmenwerk effektiver Interessenvertretung: Logos (Logik), Ethos (Glaubwürdigkeit) und Pathos (Emotion). KI kann die ersten beiden ergänzen, aber der menschliche Faktor bleibt unverzichtbar.
Zusammenfassend wird künstliche Intelligenz zu einem immer wertvolleren Werkzeug für Bürgerrechtsanwälte, die sich mit komplexen Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen müssen. Durch die Automatisierung der Datenanalyse und die Optimierung der Fallvorbereitung ermöglicht KI den Anwälten, sich auf die emotionale Resonanz ihrer Fälle zu konzentrieren und sicherzustellen, dass das menschliche Geschichtenerzählen im Mittelpunkt der Gerechtigkeit steht.




















