Die vier Astronauten der NASA-Mission Crew-11 haben die Bereitschaft der bemannten Weltraumforschung unterstrichen, nur eine Woche nach ihrer außerplanmäßigen Rückkehr zur Erde aufgrund eines medizinischen Problems an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch präsentierten die Besatzungsmitglieder – Mike Fincke und Zena Cardman von der NASA, die Astronautin Kimiya Yui von der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) und der russische Kosmonaut Oleg Platonov – eine einheitliche Botschaft des Optimismus.
Die unerwartete Rückkehr und ihre Auswirkungen
Die frühe Rückkehr von Crew-11 war die erste derartige Notevakuierung in der Geschichte der ISS. Während die Besatzung nur begrenzte Angaben zu dem medizinischen Vorfall machte, betonte NASA-Astronaut Mike Fincke, dass die schnelle und koordinierte Reaktion zwischen der Besatzung und den Bodenteams die Reife bemannter Raumfahrtoperationen zeige.
„Wie wir alles gehandhabt haben … von den nominellen Operationen bis hin zu dieser unvorhergesehenen Operation, verheißt wirklich Gutes für zukünftige Erkundungen“, erklärte Fincke und drückte sein großes Vertrauen in das bevorstehende Artemis-Programm der NASA aus.
Der Vorfall ereignete sich, als Fincke und Cardman sich auf einen Weltraumspaziergang vorbereiteten – Cardmans ersten – und verdeutlichte die damit verbundenen Risiken selbst bei gut geplanten Missionen. Die Besatzung nutzte das tragbare Ultraschallgerät der ISS, um die Situation zu beurteilen, und verdeutlichte dabei die entscheidende Fähigkeit für eine sofortige medizinische Reaktion im Orbit. Der ISS fehlen jedoch größere Diagnosegeräte wie MRT-Geräte, was die Einschränkungen von Langzeitumgebungen im Weltraum unterstreicht.
Gelernte Erkenntnisse und zukünftige Vorbereitungen
Die Astronauten räumten ein, dass es trotz strenger Gesundheitsuntersuchungen vor dem Flug zu unerwarteten medizinischen Notfällen kommen kann. Kimiya Yui von JAXA lobte die internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Situation und erklärte: „Wir können jede Art von schwieriger Situation bewältigen … das ist eine sehr gute Erfahrung für die Zukunft der bemannten Raumfahrt.“
Die Besatzung gab an, dass für zukünftige ISS-Missionen keine zusätzliche Schulung erforderlich sei. Die Herausforderungen der Raumfahrt – jenseits der erdnahen Umlaufbahn zum Mond oder darüber hinaus – stellen jedoch eine Reihe anderer Probleme dar. Cardman betonte die Notwendigkeit von Diagnosewerkzeugen und Behandlungsmöglichkeiten an Bord, wenn sich Missionen weiter von der Erde entfernen.
Die ISS als Testgelände
Zena Cardman betonte die Rolle der ISS als wichtiges Testfeld für die bemannte Raumfahrt. Sie betonte, dass Astronauten zunehmend als wesentliche „Augen und Ohren“ für Forscher am Boden dienen werden, wenn sie im Orbit Experimente durchführen und Daten sammeln.
„Wir werden nicht immer die wissenschaftlichen Experten sein … tatsächlich werden wir es selten sein“, bemerkte Cardman. „Die ISS war ein hervorragendes Testgelände dafür, wie wir Wissenschaft betreiben.“
Der Vorfall mit Crew-11 erinnert an die Unvorhersehbarkeit der Weltraumforschung, stärkt aber auch die Anpassungsfähigkeit und den Teamgeist, die für zukünftige Missionen von entscheidender Bedeutung sein werden. Die Erfahrung bestätigt die laufenden Vorbereitungen für Artemis und darüber hinaus und zeigt, dass menschlicher Einfallsreichtum und Teamwork auch in Notfällen die sichere Rückkehr von Astronauten aus dem Orbit gewährleisten können.




















