Der größte Eisberg der Welt, A-23A, zeigt dramatische Anzeichen eines Zusammenbruchs, während er durch wärmere Gewässer im Südatlantik treibt. Aktuelle Satellitenbilder von NASA und NOAA zeigen ausgedehnte blaue Schmelzwasserbecken auf seiner Oberfläche, was auf einen beschleunigten Zerfallsprozess hinweist. Dieses Ereignis unterstreicht die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Eisformationen der Antarktis.
Eine Geschichte von Ausmaß und Verfall
A-23A brach 1986 vom Filchner-Schelfeis in der Antarktis ab und erstreckte sich zunächst über eine Fläche von über 15.000 Quadratmeilen – fast doppelt so groß wie Rhode Island. Obwohl es auf etwa 456 Quadratmeilen geschrumpft ist und damit immer noch größer als New York City ist, ist sein aktueller Zustand kritisch. Der Eisberg erlebte in den Sommermonaten der südlichen Hemisphäre (Juli–September 2025) erhebliche Ausbrüche und verschlechtert sich nun zusehends.
Die Wissenschaft hinter dem Blau
Die auffällige blaue Färbung ist nicht nur ästhetisch; Es ist ein Beweis für strukturelles Versagen. Angesammeltes Schmelzwasser belastet den Eisberg und zwingt die Risse dazu, sich zu erweitern. Wissenschaftler haben ein „Wall-Graben“-Muster beobachtet, bei dem sich die Ränder beim Schmelzen nach oben biegen und das Wasser einschließen. Die im Eis sichtbaren blauen Streifen sind Überreste alter Schleifspuren im Grundgestein, die trotz Erosion und Schmelze über Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben sind – ein Beweis für die frühere Stabilität des Eises.
Bevorstehender Zusammenbruch
Experten gehen davon aus, dass A-23A innerhalb von Tagen oder Wochen vollständig zerfallen könnte. Der Eisberg hat an einigen Stellen sogar begonnen, „auszublasen“, wo der Wasserdruck die Ränder durchbricht und zu einer weiteren Fragmentierung führt. Die wärmeren Sommer auf der Südhalbkugel beschleunigen diesen Prozess, und der Klimawandel verstärkt ihn nur noch.
Ein Warnzeichen
Der schnelle Zerfall von A-23A ist kein Einzelfall. Andere riesige Eisberge – A-81, B22A und D15A – liegen noch immer an der antarktischen Küste und sind bereit, einer ähnlichen Flugbahn zu folgen. Das Schicksal dieser Riesen verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, den steigenden globalen Temperaturen und ihren verheerenden Auswirkungen auf das Polareis entgegenzuwirken.
Der Zerfall von A-23A ist eine deutliche Erinnerung an die Beschleunigung des Klimawandels und seine direkten Folgen für die fragilen Eissysteme der Erde. Ohne drastische Maßnahmen wird dies zur neuen Normalität werden.




















